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Chemiker und Ärzte bei der Ufo-Jagd
 

Florian Kinast, AZ, 24./25.3.2001


Ultimate Frisbee - Münchner FC mischt die Konkurrenz auf


Die Atmosphäre ist prächtig, die Stimmung entspannt. Gut gelaunt rennen die beiden Mannschaften über den Platz. Es gibt kaum Berührungen, kaum Körperkontakt, kaum Fouls. Und das allerbeste: Es gibt nicht mal Schiedsrichter. Stell Dir vor, es ist Deutsche Meisterschaft und keiner pfeift. Traumtanezerische Utopien? Visionäre Fantasmen? Mitnichten. Beim Ultimate Frisbee knallharte Realität.
Bei unbedeutenden Fussball-Freizeit-Kick sind schirilose Spiele oft schon bitter gescheitert, weil schon nach kurzer Zeit ein Knäül raufender Streithansel entwirrt werden musste. Beim Ultimate Frisbee funktioniert die Anarchie. "Das ist unsere Philosophie", sagt Henning von Bandemer, 31 und Vorstand im 1. Münchner Frisbee Club (MFC). "So wichtig wie der Sieg ist die Fairness, dafür gibt es nach jedem Turnier den Preis 'Spirit of the Game'". Der Geist des Spiels als oberste Maxime.
Strittige Entscheidungen werden untereinander geregelt. Mit vielen Worten. Aus oder nicht aus, Foul oder nicht Foul, man einigt sich beim Plausch, bei einer entspannten Diskussion. Gut, dass man darüber redet. Nur nicht zu lang. "Nach einer halben Minute Redezeit" werde der Wurf einfach wiederholt, erklärt Bandemer, weil übertreiben müsse man ja auch nicht.

"Mir San Mir" - und das Feiern gehört dazu

Einem gewissen Jö Silver hat es die Stadt Rüsselsheim zu verdanken, dass sie an diesem Wochenende die Deutsche Hallenmeisterschaft im Ultimate Frisbee veranstalten darf. Student Silver führte 1967 den Ultimate an der Columbia High School ein, in den Siebzigern kam der Sport nach Deutschland. Als Unterabteilung des MFC gründeten sich dann Münchens ultimativen Frisbeewerfer. Mit dem urigen Namen "Mir San Mir".
In Anlehnung an die alte Münchner Redensart und einen Text der Biermösl Blosn: "Da da backmas umpfda Gmiatlichkeit / da da umpfda umpfda Kraft und Schneid / da da Schweinsbratn umpfda fümf Mass Bier / da da umpfda umpfda mir san mir."
Logisch, das Feiern gehört zum Ultimate wie die Fairness, so freut sich vor allem das traditionelle Oktoberfestturnier jedes Jahr allergrösster Beliebtheit, auch bei Frisbee-Teams von weit her. Doch noch viel weiter entfernt ist der Charakter des Ultimatelers von bierselig-tumbem Stammtischsumpf. auch und gerade bei "Mir San Mir". Ultimate, ein elitärer Sport für gestandene Akademiker. "In unserer Mannschaft gibt es nur zwei, die keinen Doktortitel haben", sagt Bandemer. Das seien er selbst, Bandemer ist Webmaster bei einer Internet-Firma, und Michäl Larisch, der ist Briefträger. Ansonsten schwirrt die Scheibe über die Köpfe von ärzten, Chemikern, Physikern.

überhaupt die Scheibe. 175 Gramm ist sie schwer, und wer es schaffen will, die Disc zum gewünschten Ziel zu schmeissen, braucht Zeit. Viel Zeit für die fliegende Untertasse, für die Ufo-Jagd. "Tausend Versuche"' schätzt Bandemer, "dann hat man die richtige Technik heraus". Während der Laie vor Freude rotiert, wenn die Scheibe einmal fünf Meter in die richtige Richtung eiert, gibt es bei den Frisbee-Freaks nur die Frage Rückhand, Vorhand oder Overhead. "80 Meter weit musst Du mit der Rückhand schon werfen können"' sagt Bandemer.
In Rüsselsheim braucht's das gar nicht, in der Halle ist das Spielfeld mit 28 Metern und einer Endzone von je sechs Metern auf beiden Seiten bedeutend kürzer. In zwei Kategorien werden die Hallen-Champs ermittelt, bei den Damen, den Herren.
Der Höhepunkt steigt aber an Ostern. Beim grossen Paganello-Beach-Ultimate-Frisbee am Strand von Rimini. Dann werden sie wieder werfen, rennen und reden. Auch nach dem Spiel. "Da bildet man einen Kreis und lobt den Gegner." Mit aufmunternden Worten für den Verlierer. Vor allem vielen Worten. Friede, Freude, Frisbee.
 

 

 

 

 

Die Regeln beim Ultimate Frisbee

Ultimate Frisbee gilt als Königsdisziplin unter den Sportarten, die mit der Scheibe ausgetragen werden. Im Freien spielen zwei Teams mit je sieben Spielern (Halle: je fünf Spieler). Das Feld ist 110m (Halle: 28m) lang, and beiden Enden gibt es wie beim Football eine Endzone. Einen Punkt erzielt, wer in des Gegners Endzone die Scheibe fängt. Wer die Scheibe in der Hand hält, darf nicht mehr weiterlaufen. Die Scheibe darf maximal zehn (Halle: acht) Sekunden gehalten werden. Berührt man die Scheibe und lässt sie fallen, gibt es einen "Turnover", dann besitzt der Gegner Angriffsrecht. Das Spiel gewinnt, wer zürst 15 Punkte erzielt hat.

 

 

 

 

 

Frisbee-Scheibe: Ein Kuchenblech

Ursprünglich war die Frisbee-Scheibe ein Kuchenblech. 1871 eröffnete William Russel Frisbee eine Bäckerei in Bridgeport (USA). Der Betrieb wurde zur Grossfirma, der Frisbee-Kuchen berühmt. Ende der Vierziger Jahre wurde es in New York populär, aus dem Müll die weggeworfenen Tortenböden aus Metall zu klauben und sie sich zuzuwerfen. Das sah der Yale-Student Walter Morrison, der sich dann die erste Scheibe aus Plastik schnitzte.

 

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