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| Touchdown mit der Scheibe |
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Irene Haider, Münchner Samstagsblatt, 23.06.2001
Frisbee ist wie Football nur ohne Körperkontakt
Wir kennen sie alle. Oft ist sie blau oder weiß und meist ziert
sie der Werbeslogan einer Versicherung. Aus dem Spielschrank wird sie
hervorgekramt, wenn der Sommerurlaub ansteht, oder ein Badeausflug geplant
ist: die Frisbeescheibe. Falls dann wirklich ein Frisbeespiel zustande
kommt, dann mit der Erkenntnis, dass das Ding eher ein unbekanntes, nicht
steuerbares Flugobjekt ist, als ein Sportgerät mit
dem faire Wettkämpfe ausgetragen werden könnten.
Doch es gibt sie, die Frisbee-Profis und viele davon sind in München,
denn mit den drei Clubs Mir san mir, den Zamperln
und den Searching Woodpeckers, die alle in der Bundesliga
erfolgreich um die Ultimate-Frisbee-Meisterschaft spielen, ist München
einwandfrei deutsche Frisbeehochburg.
Ein Spiel ohne Schiedsrichter
Frisbee ist dem American Football recht ähnlich. Die beiden gegnerischen
Teams kämpfen um 15 beziehungsweise 17 Punkte, die durch eine Art
Touchdown in der fremden Endzone erzielt werden können. Einen Punkt
kann die siebenköpfige Mannschaft erzielen, die gerade angreift.
Das Angriffsrecht wechselt, wenn der Gegenspieler die Scheibe abfängt,
oder diese auf dem Boden des etwa Fußballfeld großen Platzes
fällt. Sobald die Frisbeescheibe im Besitz eines Spielers ist, darf
sie ihm nicht entrissen werden. Das Spielgerät muss allerdings innerhalb
von zehn Sekunden an einen Mitspieler abgegeben werden. Der Scheibeninhaber
darf mit dem Objekt der Begierde nur einen Sternschritt machen, nicht
aber über den Platz laufen. Frisbee ist aufgrund des verbotenen Körperkontakt
ein sehr fairer Sport. Deshalb ist wohl auch kein Schiedsrichter notwendig.
Kondition gefragt
Der Nationaltrainer und Übungsleiter des Münchner Teams Mir
san mir Peter Loelgen sieht das positiv: Im Prinzip sind ja
eigentlich vierzehn Schiris auf dem Platz, jeder muss seine Spielweise
den anderen gegenüber verantworten und es klappt auch! Jeder
der Spieler hat das Recht, das Spiel wegen eines möglicherweise begangenen
Fouls zu unterbrechen und es ist im Sinne jeder Mannschaft, das Spiel
nicht unnötig zu unterbrechen. Frisbee ist eine Sportart, die jedem
Spieler sehr viel Kondition abverlangt, deshalb darf nach einem erzielten
Punkt auch die gesamte Truppe ausgewechselt werden.
Hochburg München
Entstanden ist die Sportart in der es viele Mixed-Turniere gibt wie so
vieles auch in den USA. Seit etwa 15 Jahren hat sich Frisbee auch in Mitteleuropa
etabliert und so konnte die Münchner Mannschaft, bestehend aus den
Besten der drei Bundesligateams, bei der vergangenen Weltmeisterschaft
mit einem hervorragenden zehnten Rang die zweitbeste europäische
Platzierung erreichen. Und was sollten die Frisbeemeister von morgen mitbringen?
Athletik und die Bereitschaft zum fairen Spiel sind das A und O
für erfolgreiches Frisbeespiel erklärt der 37- jährige
Loelgen. In Frage kommen vielleicht ehemalige Handballer oder Fußballer,
natürlich auch -innen, die es leid sind nach jedem Turnier zum Sportarzt
zu müssen. Infos zu Frisbee in München über www.frisbee.de"
oder auf der Seite www.mirsanmir.org.
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